Unlängst waren wir auf einen kleinen Abstecher in Laos, ein wunderschönes Land, durchzogen vom Mekong, kolonialisiert von den Franzosen, nun regiert von einer kommunistischen Einheitspartei und mit Abstand das Land, in dem am meisten Landminen und nicht detonierte Bomben im Boden lagern.

Infos zu finden, die nicht aus gleich geschalteten Reiseführern kamen war ungemein schwierig, denn Internetzensur bzw. das blocken von Websiten ist in Laos genauso so alltäglich, wie in den meisten anderen asiatischen Ländern. In Laos gibts es zwei englischsprachige Zeitungen, eine davon ist die Vientiane Times, die täglich erscheint, und wer sich über aktuelle Job-Angebote der WWF in Laos informieren will oder über die neuesten politischen Erfolge in Zusammenarbeit mit den Brüderländern, China, Kambodscha oder Vietnam, der ist mit der Vientiane Times gut bedient.

 

Seriöse Berichterstattung über Laos ist aber auch in ausländischen Medien sehr schwierig zu finden, denn der Informationsfluss von Laos ins Ausland, wird unter Androhung von staatlichen Repressionen stark behindert und mal ganz ehrlich, ob Bürger von Laos oder nicht, wer hat schon Lust in einem staatlichen Umerziehungslager zu landen?!

Recherchen unsererseits in deutschsprachigen Reise- Laosforen, förderten dann doch noch ein paar interessante Informationen zu Tage, ob diese wirklich der Warheit entsprechen – wer weiß?!

Ein besonders interessanter Aspekt, ist das Verhältnis der laotischen Regierung zur Minderheit der Hmong People in Laos. Die Hmong, ursprünglich ein Bergvolk, kriegerisch, da sie sich immer wieder gegen die Grenzübergriffe der Kamodschaner und Vietnamesen zur Wehr setzen mussten und somit perfekt geeignet für den geheimen Krieg der CIA gegen den Vietcong in Laos, vor dem Hintergrund, den Nachschub der Vietcong zu unterbrechen, der teilweise über den durch Laos laufenden Ho-Chi-Minh-Pfad abgewickelt wurde.

Auch die Figur des Colonel Kurtz, aus dem Film Apocalypse Now, findet in diesem geheimen Krieg ihren Ursprung. Im realen Leben hieß der CIA-Mann der „Essen und Feuer vom Himmel regnen ließ“, wohl Tony Poe und dass er, abgeschottet von der Welt und von den Hmong nahezu als Gott verehrt, auch noch eine laotische Hmong Prinzessin geheiratet hat, gibt der Geschichte zusätzliches Flair.

Nach dem Krieg der CIA und der Hmong gegen die Vietcong verloren war, begannen die  kommunistischen Kräfte in Laos zu erstarken und so verließen um 1976 neben dem als Helden verehrten und hoch dekorierten Hmong General, Vang Pao, mehr als 20.000 Hmong People Laos in Richtung Kalifornien, wo die Hmong People bis heute auf den Fall der derzeitigen laoistischen Regierung warten.

In Laos wurde, zumindest vorübergehend, eine Sonderzone eingerichtet, rund um Vientiane, in der noch einige tausend verbliebene Hmong People leben. Zweck dieser Sonderzone war es wohl, die verbliebenen Hmong besser kontrollieren zu können und letztendlich ihren Willen zu brechen, denn bis Anfang 2010 gab es wohl immer wieder Bombenanschläge in Vientiane und anderen Teilen Laos.

Genaue Informationen sind sehr schwierig zu bekommen, Amnesty International und andere Quellen, verweisen unter anderem auf die Inhaftierung von 300 Bauern und Studenten, die Anfang 2011 auf dem Weg zu einer Demonstration in die Hauptstadt Vientiane waren um für Demokratie und gegen die Enteignung von Bauern, zum Zwecke des Baus eines Wasserkraftwerks, zu demonstrieren. Berichte über Menschenrechtsverletzungen, die das laoistische Militär an den Hmong begeht, machen immer wieder die Runde, deren Wahrheitsgehalt ist natürlich nur sehr schwer zu ermitteln.

Laos liegt im Bezug auf die Infrastruktur, weit hinter Thailand zurück, z.B. gibt es kein funktionierendes Eisenbahnnetz und auch der Bildungssektor bereitet so manches Kopf zerbrechen. Aber seit dem die zweitgrößte Stadt, Luang Brabang, zum Weltkulturerbe erklärt wurde, geht es mit dem Laos stetig bergauf. So wurde unlängst auch in Zusammenarbeit mit der Chinesischen Regierung, das „Lao-China-Friendship-Hospital“ in Luang Brapang gebaut, das einen sehr guten Eindruck macht und auch diverse Hilfsorganisationen und Vereine sind dabei Schulen und Bildung in entlegene Regionen zu bringen. Laos ist wie gesagt, ein wunderschönes Land und wenn ich die schönste Stadt in Süd-Ost-Asien wählen müsste, so dürfte sich Luang Brapang mit Chiang Mai streiten, denn die Tempel, der ehemalige Königspalast und das Flair dieser Stadt sind einzigartig und nicht zu vergessen ist natürlich die französische Spitzenküche im „Le Elephant“, die schon mehrmals international ausgezeichnet wurde.

Weitere Links:

Hmong General Vang Pao died

Tony Poe is Col. Kurtz?

Laos Community Deutschland

Hier ein sehr interessantes Video, zum geheimen Krieg der CIA in Laos:
Teil1:

Teil2:

Teil3:

Teil4:

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