Wenn man wie ich in Bayern aufgewachsen ist, dann hat man ja eine gewisse Verbundenheit zu Land und Leuten. Ich muss ja gleich vorne weg sagen, mit der CSU und Co. konnte ich ja noch nie was anfangen, aber als ich noch ein kleiner Bub war, da war ich auch Ministrant und als der Hr. Waigel, damals noch Finanzminister, jeden Sonntag oben auf der Empore in unserer kleinen Landkirche stand und dem Gottesdienst zugeschaut hat, da war man dann doch etwas stolz. Da hatte man ja immer so das Gefühl, wir in Bayern, wir regeln das schon untereinander und wenn man sich da gegenseitig etwas aus hilft, das tut ja keinem weh und den Leuten hilft’s ja auch.

 

Ja, so war dass damals, 1990 in Bayern, bevor es Internet gab und man das Ausmaß der Verfilzung das wir da in Bayern haben allenfalls erahnen konnte.

Nun ist ja unlängst die Bayern LB mehr oder weniger Pleite gegangen und letztes Jahr ist dann diesbezüglich ein Bericht von einer Anwaltskanzlei aufgetaucht, denn der Landtag Bayern in Auftrag gegeben hatte und als der Bericht dann vorlag, hatte sich die Landesregierung geweigert, den mit Steuergeldern bezahlten Bericht zu veröffentlichen. Das ist aber ja erst einmal nicht verwunderlich, denn was da drin steht, ist für die werten Herren von der CSU in der Landesregierung schon recht peinlich, wenn man nicht sogar sagen will, es zeigt wieder einmal, wie man mit Inkompetenz und Mauschelei mal so kurz eine Landesbank ruinieren kann.

 

Zitat:

So heißt es in dem Gutachten, Vorstandsmitglieder hätten „in schwerwiegender Weise schuldhaft ihre Überwachungspflicht … verletzt.“

 

Attac und auch die Piratenpartei Bayern haben dann damals, im Dezember 2010, den Bericht, der dann doch irgendwo geleakt wurde auf ihren Homepages online gestellt, so das jeder Bürger sich informieren kann. Der Piratenpartei Bayern wollten sie wohl nicht an den, hier wohl, Kahn fahren, da sie wohl die Befürchtung hatten, die Piratenpartei würde dadurch Auftrieb bekommen, also haben sie sich dann Attac raus gesucht und haben dann diesen Donnerstag, am 14.4.2011, eine Hausdurchsuchung bei Attac in Frankfurt am Main veranlasst. Die sind da wohl einmarschiert mit 10 Mann und haben erst einmal verlautbart, alle 15 PC , so wie diverse Unterlagen, wären hiermit beschlagnahmt, alles natürlich mit einem Durchsuchungsbefehl von der Staatsanwaltschaft München – Begründung – Urheberrechtsverletzung.  Als Attac den Beamten dann erklärt hatte, dass sie hier DIGITAL arbeiten würden und es keine heißen Dokumente mit Fingerabdrücken geben würde, wurden die Beamte dann wohl ziemlich klein laut und forderten 2 Polizeitechniker an, die das Dokument dann von den Attac PC`s bergen sollten. Das ging dann aber wohl nicht, da auf den PC`s Linux lief und die „Techniker“ wohl kein Linux konnten. Die Geschichte endete dann damit, dass die Beamten vor Ort, die Dokumente von der Attac Homepage herunter geladen haben, wo sie schon seit Monaten für jeden frei aus dem Internet abzurufen sind.

An sich ist die Geschichte dann ja doch recht witzig, aber wenn man bedenkt das es hier wohl um eine Einschüchterungsaktion der bayrischen Filzpartei geht, kriegt das dann doch so ein Geschmäckle.

Wie auch immer, es gibt so Tage, da schäme ich mich für Bayern und wünschte mir, es wäre wieder 1990, als die Welt noch in Ordnung war und es nicht nur darum ging, dass man selber immer mehr hatte, sondern dass es auch seinen Leuten daheim , die die einen gewählt hatten, gut ging.

 

Den Bericht zur BAYERN LB kann man sich hier runter laden: Klick mich!

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